Suchen...

Donnerstag, 2. Mai 2013

Liebe deinen Nächsten: Grüßen oder nicht grüßen...

Ich kannte mal eine Frau, die mit meiner Mutter befreundet war. Meine Mutter war gestorben und der Kontakt nicht mehr so eng. Die Frau grüßte mich nie auf der Straße, wenn ich sie sah, und schließlich gab ich auf und dachte, was ist das für eine eingebildete Ziege. Aber dann nach ein paar Jahren standen wir zufällig nebeneinander in einem Geschäft, und ich grüßte sie, weil diese Atmosphäre sonst kaum zum Aushalten gewesen wäre... Sie schaute mich ganz unsicher an, dann sagte sie: "Vera, bist du das?" Ja, klar war ich das, wer denn sonst? "Weißt du", sagte sie, "ich hatte mehrere Augenoperationen, weil die Netzhaut sich abgelöst hatte und ich so gut wie blind war. Momentan geht es einigermaßen wieder. Ich hatte bereits sieben Operationen, und hoffe, dass ich bald noch besser sehe."
 
Wammm!!! Das traf mich... 

Ich bemühe mich seitdem, es nicht mehr persönlich zu nehmen, wenn Menschen mich auf der Straße anscheinend übersehen. Wie viele übersehe ich denn laufend? Die sagen es mir ja in der Regel nicht... Lieber mal den ersten Schritt machen und eine Abfuhr riskieren, als noch einmal eine Blinde dafür zu verurteilen, dass sie blind war.



 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen